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Frankfurter Neue Presse, 27.09.2005

Erst wippen sie, dann singen sie

Gonzenheim. [..] als der Dirigent das Publikum eindeutig zum Mitsingen aufforderte, sprang der Funke über. Ohne diesen Funken kann ein Gospelkonzert eben nicht funktionieren, selbst wenn ein derart guter Chor auf der Bühne steht wie der Frankfurter Gospelchor. Seit 1987 begeistert das mittlerweile auf 50 Mitglieder angewachsene Ensemble mit seinem Programm moderner Gospels. Denn «Swing low» und ähnlich bekannte Titel waren beim Auftritt in Gonzenheim nicht zu hören. Dafür neue Werke wie «Give him glory» vom schwedischen Komponisten Matthias Lindquist.

Mit reiner Intonation und kraftvollem Gesang präsentierte der Chor große Kunst. Ausgefeilte Arrangements, hervorragende Solisten und wechselnde Dirigenten machten das Konzert zu einem nachhaltigen Erlebnis.

Die ganze Gefühlspalette kam in der Musik vor, von melancholisch, tröstenden Balladen bis zu jazzigen, begeisternden Hymnen. Musikalischer Genuss, den schließlich auch das Publikum erfasste. Es wurde zwar nicht mitgetanzt, wie es in amerikanischen Kirchen durchaus üblich ist, doch die Zuschauer unterstützten die Musiker, indem sie den Rhythmus mit den Händen mitklatschen und mindestens die Refrains der Lieder mitsangen. Anfänglich ließen sie sich dazu nur bewegen, wenn Dirigent Schultheiß ordentlich die Einsätze vorgab. Später musste er sich darum nicht mehr kümmern – der Gospel-Funke hatte gezündet. (gst)

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